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Ernährung des Hundes
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Artgerechte Ernährung des Hundes.
Biologisch gehört der Hund zu den Raubtieren (Carnivoren),
genauer definiert in die Überfamilie der Hundeartigen (Canoidea). Der Hund ist
von Natur aus ein Fleischfresser, ernährt sich teilweise aber auch von Fischen,
Würmern, Pflanzen, Insekten und auch von Exkrementen anderer Tiere. Der Begriff
Fleischfresser ist jedoch ein wenig irreführend, eigentlich müsste es eher “Beutefresser”
heissen, denn der Wolf oder Wildhund frisst nicht allein das Fleisch sondern
würde das ganze Beutetier verspeisen mit allen Innereien und damit auch
unverdaulicher Komponenten, wie z.B. pflanzliches, faseriges Material aus dem
Magen- und Darminhalt des Beutetieres. Diese pflanzlichen Bestandteile sind
wichtig für die Funktion des Verdauungstraktes beim Hund. Fleisch allein reicht
also nicht für eine ausgewogene Ernährung des Hundes. Hunde sind Aasfresser. Der Wildhund fängt den Hasen und frisst zunächst den Darm mit Inhalt und die Innereien. Dann wird der Hase vergraben und sich selbst und den Maden überlassen. Später wird das Beutetier wieder ausgegraben und samt Würmern und Maden nahezu komplett verspeist, zurück bleiben Sehnen, sehr feste Knochen, Haut und Haare. Gute Hundenahrung sollte diesem Vorbild aus der Natur „nachempfunden“ sein. Das geht allerdings soweit, dass manchen Futtersorten künstliches Aas-Aroma beigefügt wird, damit es vom Hund überhaupt angenommen wird.
Ernährungsphysiologie und Verdauung des HundesHunde waren ihrem Ursprung nach Rudeltiere. Wölfe jagen heute noch im Rudel. In der gleichen Weise lief es vor der Domestikation auch beim Hund ab. Obwohl sich die Hunde als Jagdteam durchaus ergänzten, musste sich jeder einzelne Hund bei der Verteilung der Beute sehr beeilen, um seinen Teil abzubekommen. Die Konkurrenz war sogleich zur Stelle, um evtl. noch ein Stück mehr zu ergattern. Dieses ursprüngliche Verhalten des Hundes hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Insbesondere Tierhalter mit mehreren Hunden werden schon beobachtet haben, dass ihre Hunde das Futter förmlich verschlingen, ohne es geniessen zu können. Gibt man das Fleisch in einem grossen Stück, wird der Hund mit seinen Reisszähnen grosse Stücke herausreissen und hinunterschlingen. Sicher gibt es Ausnahmen, vor allem Einzelhunde, die inzwischen zu richtigen Geniessern geworden sind. Am Ablauf ihrer Verdauung hat das aber nichts Wesentliches geändert. Der Verdauungstrakt beginnt mit dem Maul und den Zähnen: Das Hunde-Raubtiergebiss kann Gewebe zerschneiden, grössere oder kleinere Brocken Fleisch von Knochen abreissen und mit den Backenzähnen grob zerkauen. Sein Gebiss kann aber keine Nahrung zermahlen, wie dies die Pflanzenfresser tun, bei denen die fermentative Nahrungsaufbereitung bereits im Maul beginnt. Der Hund schlingt eher gröbere Nahrungsbrocken hinunter, wobei sein Speichel vor allem der Anfeuchtung der Nahrung dient, damit diese besser in den Magen rutscht. Der Speichel enthält keine Verdauungsenzyme. Durch Riechen oder Schmecken der Nahrung und durch Konditionierung wird die Speichelsekretion angeregt. Mechanische und chemische Reize durch unmittelbaren Kontakt der Nahrung mit der Maulschleimhaut regen ebenfalls den Speichelfluss an. Bei Fleisch oder ähnlich feuchter Nahrung wird nur eine geringe Menge schleimigen Sekrets abgegeben, wogegen Fleischpulver die Bildung eines stark wässrigen Sekrets fördert.
Der Sackmagen des Hundes (mit einer Grösse von bis zu 2.500 Kubikzentimetern z.B. bei einem Schäferhund), kann grosse Nahrungsmengen aufnehmen und - je nach körperlicher Aktivität - in kleineren oder grösseren Portionen an den Darm weitergeben. Zudem dient er, entsprechend der Herkunft der Hunde, als Speicherorgan von Nahrung - er kann bis zu 24 Stunden lang Nahrung an den Darm weitergeben. Die Länge des Hundedarmes weist übrigens ebenfalls auf seine Raubtiernatur hin: Das Verhältnis der Körper- zur Darmlänge beträgt bei Hunden etwa 1 zu 6,8. Das mag auf den ersten Blick viel erscheinen, schliesslich kommt bei einem grösseren Hund eine Gesamtlänge von rund 10 Metern zu Stande (Dünndarm: etwa 450 cm, Dickdarm: etwa 550 cm). Die Darmlänge vieler Pflanzenfressern von ähnlicher Körpergrösse ist aber doppelt so lang!
Im Magen wird das Futter schichtweise eingelagert, durch Magensaft
angedaut und durchtränkt, im schlauchförmigen Ende gut durchmischt, um
dann dosiert in den Dünndarm abgegeben zu werden.
Spätestens 15 - 20 Std. nach der letzten Nahrungsaufnahme ist der
Mageninhalt vollständig in den Dünndarm
übergegangen.
Der Magensaft wird vor allem in den Drüsen der Magenschleimhaut
gebildet und enthält einen hohen Anteil an Salzsäure. Die ebenfalls
enthaltenen Schleimstoffe schützen die Schleimhaut vor der Einwirkung
der Verdauungsenzyme und der Salzsäure. Im Gegensatz zu
eiweissspaltenden Enzymen kommen im Magensaft keine fett- oder
kohlehydratspaltenden Enzyme vor.
Nach der Passage des Speisebreis vom Magen in den Dünndarm werden von Bauchspeicheldrüse, Leber und Galle die fett- und kohlehydratspaltenden Enzyme zugesetzt.
Der Mageninhalt wird allmählich mit dem Darmsekret vermischt und
weitergeleitet. Der Übergang in den Dickdarm erfolgt nach ca. 60 - 90
Min. Im Dickdarm werden die Nahrungsstoffe in lösliche Teile zerlegt,
die über die Darmwand aufgenommen werden.
Für eine optimale Passage des Nahrungsbreies im Dickdarm sind
schwerlösliche, unverdauliche Futterbestandteile nötig, da der
Füllungsdruck im Dickdarm für die Peristaltik (Muskelbewegung des
Darmes) von Bedeutung ist.
Die Dauer der Nahrungspassage lässt sich über unverdaulich und
markierte Substanzen ermitteln (z.B. rohe Karottenstücke). Im Allgemeinen beginnt die Ausscheidung
der markierten Bestandteile nach 12 Std., erreicht ihren Höhepunkt nach
24 - 30 Std. und ist nach 40 - 60 Std. abgeschlossen.
Wissenswertes zur Physiologie und Stoffwechselbesonderheiten des Hundes Die Veränderungen, die der Urahne des Hundes, der Wolf, im Laufe der Entwicklung bis hin zu unseren heutigen Hunden erfahren hat, sind geringer als man meint: Immer noch ist der Hund in erster Linie ein Raubtier - zumindest in Hinsicht auf seine Verdauung, egal ob es sich um einen kleinen Yorkshire oder eine riesige Dogge handelt. Als "Raubtier" kann er weder von alleiniger Fleischzufuhr (Folge: Nährstoffmangel) noch von alleiniger Pflanzenkost (Folge: Verhungern wegen Unverdaulichkeit) leben. Vielmehr ist er auch auf Mineralien und Vitamine angewiesen, die sein Urahn in den Eingeweiden und im Darminhalt der - zumeist pflanzenfressenden - Beutetiere vorgefunden hat.
Wie vollbringt nun der Verdauungsapparat eines Hundes die lebenslang andauernde Leistung der Energie- und Nährstoffbereitstellung - der "Verdauung"? Das hochkomplexe Verdauungssystem verwendet zur Zerlegung der Nahrung verschiedene Mechanismen, die im Folgenden nochmals etwas genauer betrachtet werden sollen: Mechanische Bearbeitung: An erster Stelle steht die mechanische Bearbeitung der Nahrung. Für jeden sichtbar findet sie im Maul des Hundes statt - dort wird die Nahrung mit der Muskelkraft des Hundes mehr oder weniger zerkleinert. Mechanische Kraft muss der Hund übrigens während des gesamten Verdauungsvorgangs aufwenden, bis die Nahrungsreste den Körper wieder verlassen: So ist die Speiseröhre ein Muskelschlauch, der die Nahrung sicher in den Magen befördert. Auch dort wird die Nahrung mechanisch weiter bearbeitet - zum einen um eine bessere Vermischung der Nahrungsstücke mit den Verdauungssäften zu erreichen, vor allem aber, um den dabei entstehenden Nahrungsbrei gezielt in den Zwölffingerdarm zu transportieren. Auch der gesamte Darm ist ein kräftiges Muskelorgan, das den Nahrungsbrei durchknetet und rhythmisch vorwärts bewegt. Auch die Ausscheidung ist Folge von Muskelaktivität - in diesem Fall des Enddarms. Zusätzlich zu diesen durchmengenden und vorwärts drängenden Bewegungen des Verdauungsapparates gibt es vier muskelverstärkte Engstellen, die die Nahrung zu passieren hat. Diese "Engpässe" liegen im Kehlkopf, am Ausgang der Speiseröhre bzw. Eingang des Magens, am Übergang Magen zu Zwölffingerdarm, am Übergang Dünndarm zu Dickdarm und schliesslich am Ende des Dickdarms (After-Schliessmuskel). Chemische Bearbeitung: An zweiter Stelle steht die chemische Veränderung der Nahrungsbestandteile. So sondert die Magenschleimhaut grosse Mengen Salzsäure ab, die viele Nahrungsbestandteile denaturiert und für die Einwirkung der Fermente anfälliger macht. Auch die Bauchspeicheldrüse und Gallenblase, die in den Zwölffingerdarm münden, enthalten anorganische Bestandteile, die z.B. bei der Fettverdauung von Bedeutung sind. Bearbeitung durch Enzyme: Nach der mechanischen und chemischen Aufbereitung ist letztlich die enzymatische Zersetzung der Nahrung für die weitere Verdauung entscheidend. Enzyme ("Fermente") sind von Magen-Darmschleimhaut und Bauchspeicheldrüse gebildete Verbindungen, die ähnlich wie eine Klemmzange Nahrungsbestandteil zerschneiden und sie so immer kleiner werden lassen. Ein typisches Beispiel ist das im Magen gebildete Pepsin, das Eiweisse zerlegen kann. Im Maul des Hundes werden wie wir schon gehört haben keine Verdauungsenzyme gebildet (anders wie beim Menschen), d.h. die enzymatische Verdauung beginnt erst im Magen. Ziel der enzymatischen Verdauung sind Nährstoffbruchstücke so stark aufzusplitten, dass sie durch die Darmwand in den Körper hinein geschleust werden können. Darmbakterien-Hilfe: Weniger entscheidend für die Verdauung ist das Vorhandensein von Darmbakterien ("Darmflora"). Viel wichtiger ist aber ihre Rolle bei der Bildung von Vitaminen oder wichtigen Eiweissen. So synthetisieren Darmbakterien bestimmte Vitamine, die der Hund nicht selbst synthetisieren kann. Allerdings: Der Grossteil der Vitamine muss und soll über die Nahrung zur Verfügung gestellt werden. "Stoff-Wechsel": Durch den aktiven und passiven Stoffaustausch gelangen schliesslich die Nährstoff-Bruchstücke (z.B. Aminosäuren, Zucker, Fettsäuren) durch die Darmschleimhaut in Blut und Lymphe und werden von dort in die Leber transportiert - die grösste biochemische "Fabrik" im Organismus. Der aktive Stofftransport ist von grosser Bedeutung, da nur einige Nährstoffe von alleine die Darmschleimhaut durchwandern, wie z.B. Wasser oder manche Mineralien. Wichtig: Müssen Nährstoffe aktiv durch die Zellen der Darmschleimhaut hindurch transportiert werden, verbraucht dies - genauso wie die anderen Verdauungstätigkeiten - eine ganze Menge Energie. All diese Mechanismen würden zu einem heillosen Durcheinander im Magendarmtrakt und nachfolgend zu Krankheit und Tod führen, würden sie nicht zielgerichtet gesteuert. Hierzu braucht das Nervensystem in Verdauungstrakt, Rückenmark und Gehirn zahlreiche Sensoren, die Informationen über das Geschehen liefern - die sogenannten Rezeptoren. So befinden sich vom Maul bis zum After zahllose solcher Rezeptoren, die u.a. die Dehnung des Magens messen können, die Säurekonzentration im Magen (pH-Wert), die Häufigkeit von Dünndarmkontraktionen, den Füllungsgrad des Dickdarms und vieles andere mehr. All diese Informationen (Reize) werden an das Nervensystem weitergeleitet, wo die Information verarbeitet und die Verdauung sinnvoll gesteuert wird. Dabei wird durchaus nicht die gesamte Verdauung vom Gehirn aus gesteuert. Vielmehr ist diese Steuerung der Verdauungstätigkeit hierarchisch geordnet. So gibt es Nervenknoten im Dünndarm, die selbsttätig die wellenförmigen Bewegungswellen des Darms (Peristaltik) bewirken und kontrollieren. Am Rande der Wirbelsäule wiederum finden sich Nervenzentren (Ganglien), die mehrere Aufgaben gleichzeitig steuern können. Überall in Magen und Darm befinden sich Zellen, die chemische Botenstoffe (Hormone) bilden, die zusätzlich die Verdauung steuern. Das im Magen gebildete Hormon Gastrin fördert z.B. die Beweglichkeit des Magens und führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Mineralstoffen aus den Verdauungsdrüsen. Das Gehirn jedoch lenkt die Vorgänge nur übergeordnet. Dennoch kann die Verdauung auf dieser Ebene effektiv gestört werden: Stress und Aufregung beispielsweise können den wohl geordneten Ablauf der Verdauungstätigkeit nachhaltig durcheinander bringen. Andere äussere Einflüsse bewirken hingegen eine sinnvolle Verringerung der Darmtätigkeit, z.B. bei extremer körperlicher Belastung. Der Grund ist u.a. darin zu sehen, dass Verdauung wie erwähnt Energie kostet. Bei starker Belastung wird die Energie aber v.a. in Muskeln und Gehirn geleitet, während die Durchblutung des Darms und damit die Energieanlieferung in diese Körperregion nachlässt.
Wasser und Wärme: Betrachtet man grundsätzlich die Verdauung, fallen noch zwei entscheidende Faktoren ins Auge: Eine normale Verdauungstätigkeit ist ohne Anwesenheit ausreichender Wassermengen völlig unmöglich. D.h. zu geringe Wasseraufnahme oder zu starker Wasserverlust (Schwitzen, Krankheit) stören die Verdauung. Zum anderen spielt die Wärme eine wichtige Rolle: Sowohl chemische wie auch enzymatische Verdauung läuft erst dann effektiv ab, wenn eine optimale Temperatur, d.h. nicht zu kühl und nicht zu heiss, herrscht. Ein völlig überhitzter Hund wird deswegen z.B. auch eine verminderte Verdauungstätigkeit haben. Die hier gemachte Darstellung der Verdauungsvorgänge kann natürlich nur einen Überblick vermitteln. Vor allem weil die "Anhangsorgane" des Magendarmtraktes - nämlich Leber, Gallenblase sowie Bauchspeicheldrüse - nicht eingehend berücksichtigt wurden. Diese Organe sind aber nicht am unmittelbaren Verdauungsprozess beteiligt, sondern liefern zahlreiche Gallensäuren, Mineralstoffe und Enzyme, die letztlich den "Verdauungssaft" bilden. Daneben haben aber sowohl die Bauchspeicheldrüse und vor allem die Leber zahlreiche weitere wichtige Aufgaben im Organismus, die nicht in Zusammenhang mit der Verdauung stehen. Dennoch bietet dieser Überblick bereits wesentliche Einblicke in die Abhängigkeit der Verdauung von äusseren und inneren Geschehnissen sowie wichtige Folgerung für die praktische Hunde-Ernährung.
Grundsätzlich gilt, dass die Ernährung (sei es Menge und Zusammensetzung) jedem einzelnen Individuum entsprechend angepasst werden sollte, die Gründe wurden bereits an vorgängiger Stelle erläutert. Ein Futtermittel für Charlie und eines für Rosa wurde noch nicht erfunden, d.h. es gibt das ideale Fertigfutter für Ihren Liebling nicht zu kaufen. Ich kann nur erneut darauf hinweisen, dass die Fütterung für jedes Tier entsprechend in einer idealen Kombination auf das Tier abgestimmt die gesündeste Lösung ist und auf die Dauer gesehen sehr viel zur Gesunderhaltung Ihres Lieblinges beitragen wird.
Ernährungsbedingte Krankheiten
Was darf nicht gefüttert werden: Diese Liste würde sehr lange werden, deshalb hier ein paar wenige Nahrungsmittel, welche sich für den Hund auf keinen Fall eignen und auch toxisch wirken können: Trauben, Rosinen, Zwiebeln, Schokolade, gewisse Gemüsesorten: Sellerie, Kohlartige, rohe Kartoffeln, rohe Tomaten, Avocado, Auberginen, Pilze, Schweinefleisch, Eiklar nicht roh etc. etc.
Der Irrtum Vitamin K: Phytomenadion oder Menadion Vitamin K1: ist ein fettlösliches Vitamin und wichtig für das Immunsystem, die Muskulatur, die Blutgerinnung und auch als Krebsvorbeugung bekannt. Bei Überschuss sind keine negativen Folgen bekannt, bei Mangel kann es zu Erschöpfung und einer schlechten Wundheilung kommen. Es ist zu finden in: jeglichen Innereien (z.B. Hühnerherz, Hühnerleber, Kalbsleber), dunklem Gemüse, Eigelb, Milchprodukten (Quark, Butter).
Vitamin K2:
Wirkung von Vitamin K3
(Menadion): Beigefügt wird Menadion dem Futter hauptsächlich deshalb, damit sich
das Blutungsrisiko verringert!!! (Warum dies???) Hier zeigt Menadion
auf Kosten vieler Nebenwirkungen zwar einen Therapieerfolg, ist aber
diesbezüglich dem natürlichen Vitamin K1 in seiner Wirkung völlig unterlegen.
Bei Rodentizidvergiftungen (bekannt als Ratten- und Mäusegift) kommt es zu
inneren Blutungen. Hat ein Hund dieses Gift gefressen, verblutet er. In
diesem Fall benutzt der Tierarzt als Gegenmittel ausschliesslich Vitamin K1.
K3 stört somit die natürliche Synthese von K1 und K2. Die Giftwirkung
von Menadion beruht vorwiegend auf einer Zellschädigung in vielerlei
Hinsicht, vorwiegend sind es Blutzellen (Anämien etc.) und Leberzellen.
Zugleich wird das Immunsystem durch Menadion erheblich geschwächt,
es hat erbgutverändernde Wirkung, wirkt toxisch usw.
Fütterungshinweise Trotz der enormen Fassungsfähigkeit des Magens sollte darauf geachtet werden, dass keine Trockenfutter-Extrudate gefüttert werden, diese Vollnahrung quillt im Magen stark auf. Wenn Sie trotzdem ein solches Trockenfütter füttern, dann nicht zu grosse Mengen füttern und immer genügend Wasser bereit stellen. Dies ist auch wichtig, weil bei der Verdauung vermehrt Wärme entsteht, die abgeführt werden muss (Hecheln). Die Trockenfütterung hat sicherlich die letzten Jahrzehnte viel dazu beigetragen, dass die Magendrehungsproblematik stets mehr wächst - im Gegenteil zum Trockenfutter ist das Quellvermögen mit Nassfutter oder frisch zubereiteter Nahrung weniger risikohaft oder aber ein kaltgepresstes Trockenfutter. Achten Sie darauf, dass die Nahrung nicht zu kalt angeboten wird. Da es etliche Stunden dauert bis aufgenommene Nahrung vollständig den Magen verlassen hat (je nach Nahrung 6-24 Std.) wäre bei einer natürlichen Nahrung z.B. mit einem selbst zubereiteten Menü, eine einmalige tägliche Fütterung ausreichend. Bei überwiegend kohlenhydratreicher Nahrung (Trockenfutter, Flocken) sollte mindestens zweimal täglich gefüttert werden, damit keine unangenehmen Gärungsprozesse im Darm entstehen (auch dieser Prozess begünstigt das Risiko Magendrehung). Für Hunde mit empfindlichem Magen oder schlechte Fresser ist es besser, wenn sie mehrfach am Tag mit kleinen Portionen gefüttert werden. Immer aber muss auf den Energiegehalt der Gesamtfuttermenge geachtet werden: Er darf nicht den täglichen Energiebedarf des jeweiligen Hundes übersteigen. Einseitige Ernährung und/oder plötzliche Ernährungsumstellung kann die Bakterienflora im Darm verändern, so dass z.B. Durchfall auftritt. Bei Verwendung einer artgerechten Vollnahrung verändert sich die natürliche Bakterienflora nicht. Ein bis zwei Prozent schwer oder unverdaulicher Ballaststoffe sind für die Beweglichkeit des Darmtraktes ("Motilität") wichtig. Auch das Kot absetzen wird durch den resultierenden Füllungsdruck des Dickdarms erleichtert. Natürlich gilt: Regelmässige Bewegung und ausreichend Trinkwasser fördern ebenfalls das Absetzen. Unmittelbar vor Belastungen und nach intensiver Arbeit sollte ein Hund nicht gefüttert werden. Höchstleistungen (im Leistungssport) werden erst erzielt, wenn mehrere Stunden seit der letzten Nahrungsaufnahme vergangen sind. Ist dies nicht der Fall, wird nicht nur die Leistung beeinträchtigt, sondern auch die Verdauung selbst. Deutlich wird dies dann u.a. an einer verschlechterten Kotkonsistenz. Insbesondere für einen Leistungshund ist die artgerechte Zusammensetzung der Nahrung von entscheidender Bedeutung. Die extrem komplexe hormonelle und nervöse Steuerung der Verdauung erfordert eine regelmässige Fütterung des Hundes. Nur hierdurch wird Gewähr leistet, dass die reflektorische Sekretion der Verdauungssäfte rechtzeitig vor der Fütterung in Gang kommt. In der Natur wird dies während des Jagdgeschehens ausgelöst. Auf keinen Fall darf ein Hund planlos und zufällig irgendwann am Tag gefüttert werden. Füttern Sie aber auch nicht täglich auf die Minute genau, denn dann könnte es passieren, dass Ihr Hund zu einem kleinen Tyrannen werden könnte! Übermässige, wiederkehrende psychische Belastungen können die Verdauung beeinträchtigen. Eine artgerechte und hoch verdauliche Nahrung ist hier besonders wichtig. Ein "Fastentag" pro Woche zur "Reinigung" des Darmes ist überflüssig, wenn diszipliniert gefüttert wird. Geht man davon aus, dass Nahrung bis zu 36 Stunden (je nach Nahrung sogar noch länger) im Verdauungstrakt verweilt, hätte ein eintägiger Fastentag sowieso kaum eine "reinigende" Wirkung. Ein Fastentag motiviert auch manchen schlechten Fresser, sich wieder auf die nächste Mahlzeit zu freuen. Ich möchte jetzt nicht anführen, dass die meisten unserer Hunde taktvoll ausgedrückt sowieso etwas zu gut im Futter stehen und ein Fastentag in der Woche hier gut tun würde.
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